Banat

Regionalleiter rumänisches Banat:     Karl Benz, Stuttgart
Regionalleiter serbisches Banat:          Philipp Lung, Villingen-Schwenningen

Das Banat liegt zwischen Donau, Theiß und Marosch. Es ist das größte südostdeutsche Siedlungsgebiet; etwa ein Drittel aller Donauschwaben war dort beheimatet. Die Kolonisierung begann nach der Vertreibung der Türken ab 1718 und erfolgte ununterbrochen bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts. Die Zeiträume mit den umfangreichsten Siedlerströmen werden als die drei großen Schwabenzüge bezeichnet: Der erste unter Karl VI von 1723 bis 1726, der zweite (größte) unter Maria Theresia von 1763 bis 1773 und der dritte unter Josef II von 1782 bis 1787. Die einzelnen deutschen Gemeinden wurden vielfach auf vorher unbebautem Gelände gegründet. Weniger häufig fand der Zuzug deutscher Kolonisten in bereits bestehende, anderssprachige Ortschaften statt.

Das Banat bestand nach der Vertreibung der Türken zum größten Teil aus Sümpfen. Daher wurden in der Anfangszeit vornehmlich höher gelegene Gebiete besiedelt, etwa in einem Abschnitt, welcher sich von Norden nach Süden, zwischen Arad, Temeswar (rum. Timisoara) und der Donau hinzieht. Erst nach dem Bau von Entwässerungskanälen war es möglich, weitere Landesteile zu erschließen. Im Rahmen des zweiten Schwabenzuges wurde die Nordbanater Heide kultiviert. Diese liegt westlich, nordwestlich und nördlich von Temeswar. Einige Jahrzehnte später, vor und nach der Jahrhundertwende, konnten große Teile des mittleren Banates bevölkert werden.

Die Herkunft der Banater Siedler ist vorwiegend im Südwesten, weniger im Süden des damaligen Deutschen Reiches zu suchen. Etwa ein Drittel stammt aus Lothringen, wovon wiederum zwei Drittel deutschsprachig und ein Drittel französischsprachig war. Letztere sind allerdings im Laufe von hundert Jahren im Deutschtum aufgegangen. Nur die eingedeutschten, in der derzeitigen Schreibweise häufig stark verfälschten französischen Namen, deuten noch auf die ursprüngliche Abstammung hin. Nicht ganz die Hälfte der Banater Kolonisten kommt aus linksrheinischen Provinzen, namentlich aus dem Bistum Trier und dem Saarland, nicht wenige aus Luxemburg und der Pfalz. Weitere Auswanderungsgebiete sind Franken, Hessen, Baden, Württemberg, das Elsass und das Sauerland in Westfalen. Schließlich fand innerhalb der Donaumonarchie eine Wanderungsbewegung ins Banat statt. Die bereits einige Jahrzehnte vorher angelegten deutschen Gemeinden in Ungarn gaben ihren Kinderüberschuss an die neu erschlossenen Landesteile ab.


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